Neulich auf der verwirrenden Brücke
von Gregor Schürer
Neulich habe ich mir die neue Heppinger Brücke in Ruhe angeschaut. Sie ist am 27. Oktober 2025 unter Aufmarsch großer Prominenz mit einem Festakt für den Verkehr freigegeben worden. Das erste, was mir auffällt und mich verwirrt, ist, dass auf der Heppinger Seite rechts und links noch riesige Kräne stehen. Ich dachte immer, ein Bauwerk wird eingeweiht, wenn es fertig ist. Wozu also noch die Kräne? Die Stadtverwaltung klärt mich auf: Zum einen würden die Kräne derzeit noch für die Sicherung des Bestandsbogens der alten Brücke benötigt. Zum anderen seien noch kleinere Mängel und letzte Restarbeiten auszuführen, die witterungsbedingt noch nicht erfolgen konnten. Aha. Da hofft der Steuerzahler, dass die Kräne nicht pro Tag bezahlt werden müssen. Das zweite, was ins Auge fällt, sind die beiden, ich nenne sie jetzt mal Bürgersteige, rechts sehr breit, links etwas schmäler. Die Fahrbahn für die Autos ist dadurch absichtlich eng gehalten, damit sich entgegenkommende Fahrzeuge langsam fahren, das macht Sinn. Keinen Sinn macht, dass der rechte Bürgersteig, von Heimersheim kommend, als reiner Radweg gekennzeichnet ist. Denn das bedeutet, dass Fußgänger ihn nicht benutzen dürfen. Sie müssen also den linken Bürgersteig, der gar nicht beschildert ist, nehmen und dafür die Fahrbahn überqueren. Zudem ist der Radweg nur durch ein kleines blaues Schild gekennzeichnet, die Fahrbahn ist weder farblich noch durch ein Symbol markiert. Das führt dazu, das habe ich selbst beobachtet, dass die Radfahrer munter auf der Straße weiter fahren, statt sich rechts zu halten. Kommt man von der Heppinger Seite auf die Brücke zu, ist der deutlich schmälere Bürgersteig rechts als Rad- und Fußweg ausgeschildert. Damit ist die Verwirrung komplett. Es dürfen ihn also Fußgänger und Radfahrer benutzen, selbst Mofas sind dort erlaubt. Der aus Heimersheim kommende Fußgänger weiß das aber nicht, weil er den Radweg auf der anderen Seite wähnt. Verstehen muss ich das alles nicht. Immerhin habe ich durch die Anfrage an die städtische Pressestelle ein neues Wort gelernt: Radfahrerfurt. Eine solche soll es am Ende der Brücke nicht geben, um nicht fälschlicherweise zu suggerieren, dass der Radverkehr an der Fahrbahnquerung Vorfahrt hätte. Ich hoffe, sie, liebe Leserinnen und Leser, kommen unfallfrei über die Brücke. Egal, ob zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Auto
von Gregor Schürer
Neulich habe ich mir die neue Heppinger Brücke in Ruhe angeschaut. Sie ist am 27. Oktober 2025 unter Aufmarsch großer Prominenz mit einem Festakt für den Verkehr freigegeben worden. Das erste, was mir auffällt und mich verwirrt, ist, dass auf der Heppinger Seite rechts und links noch riesige Kräne stehen. Ich dachte immer, ein Bauwerk wird eingeweiht, wenn es fertig ist. Wozu also noch die Kräne? Die Stadtverwaltung klärt mich auf: Zum einen würden die Kräne derzeit noch für die Sicherung des Bestandsbogens der alten Brücke benötigt. Zum anderen seien noch kleinere Mängel und letzte Restarbeiten auszuführen, die witterungsbedingt noch nicht erfolgen konnten. Aha. Da hofft der Steuerzahler, dass die Kräne nicht pro Tag bezahlt werden müssen. Das zweite, was ins Auge fällt, sind die beiden, ich nenne sie jetzt mal Bürgersteige, rechts sehr breit, links etwas schmäler. Die Fahrbahn für die Autos ist dadurch absichtlich eng gehalten, damit sich entgegenkommende Fahrzeuge langsam fahren, das macht Sinn. Keinen Sinn macht, dass der rechte Bürgersteig, von Heimersheim kommend, als reiner Radweg gekennzeichnet ist. Denn das bedeutet, dass Fußgänger ihn nicht benutzen dürfen. Sie müssen also den linken Bürgersteig, der gar nicht beschildert ist, nehmen und dafür die Fahrbahn überqueren. Zudem ist der Radweg nur durch ein kleines blaues Schild gekennzeichnet, die Fahrbahn ist weder farblich noch durch ein Symbol markiert. Das führt dazu, das habe ich selbst beobachtet, dass die Radfahrer munter auf der Straße weiter fahren, statt sich rechts zu halten. Kommt man von der Heppinger Seite auf die Brücke zu, ist der deutlich schmälere Bürgersteig rechts als Rad- und Fußweg ausgeschildert. Damit ist die Verwirrung komplett. Es dürfen ihn also Fußgänger und Radfahrer benutzen, selbst Mofas sind dort erlaubt. Der aus Heimersheim kommende Fußgänger weiß das aber nicht, weil er den Radweg auf der anderen Seite wähnt. Verstehen muss ich das alles nicht. Immerhin habe ich durch die Anfrage an die städtische Pressestelle ein neues Wort gelernt: Radfahrerfurt. Eine solche soll es am Ende der Brücke nicht geben, um nicht fälschlicherweise zu suggerieren, dass der Radverkehr an der Fahrbahnquerung Vorfahrt hätte. Ich hoffe, sie, liebe Leserinnen und Leser, kommen unfallfrei über die Brücke. Egal, ob zu Fuß, auf dem Rad oder mit dem Auto